Samstag, 4. Juni 2011

"Mannigfache Wege gehen die Menschen. Wer sie verfolgt und vergleicht, wird wunderliche Figuren entstehen sehn; Figuren, die zu jener großen Chiffernschrift zu gehören scheinen, die man überall, auf Flügeln, Eierschalen, in Wolken, im Schnee, in Kristallen und in Steinbildungen, auf gefrierenden Wassern, im Innern und Äußern der Gebirge, der Pflanzen, der Tiere, der Menschen, in den Lichtern des Himmels, auf berührten und gestrichenen Scheiben von Pech und Glas, in den Feilspänen um den Magnet her, und sonderbaren Konjunkturen des Zufalls, erblickt. In ihnen ahndet man den Schlüssel dieser Wunderschrift, die Sprachlehre derselben, allein die Ahndung will sich selbst in keine feste Formen fügen, und scheint kein höherer Schlüssel werden zu wollen. Ein Alkahest scheint über die Sinne der Menschen ausgegossen zu sein. Nur augenblicklich scheinen ihre Wünsche, ihre Gedanken sich zu verdichten. So entstehen ihre Ahndungen, aber nach kurzen Zeiten schwimmt alles wieder, wie vorher, vor ihren Blicken."

aus "Die Lehrlinge zu Sais", Novalis, 1798-1799

Freitag, 3. Juni 2011

Donnerstag, 2. Juni 2011

ohlauerstr., Berlin

Mittwoch, 1. Juni 2011

nichts schien klarer als das wort zwischen ihnen.
doch wer es verstehen wollte, dem erschien es im
selben moment unklar. ein gedanke, der schwer zu
fassen war. vielleicht auch nur eine überlegung,
die im raum schwebte, unangetastet und unberührt.
eine möglichkeit, die durch die zeit manchmal be-
günstigt einen weg weist und ihn doch unnatürlich
erscheinen lässt. das risiko, der mut, die abwechs-
lung, der zwiespalt im entscheiden, der anstoss für
ein neues leben, die gefahr des scheiterns gepaart
mit der freude des neubeginns. die gewissheit durch-
löchert durch die umstände, die angst vor dem neuen,
die treue des altbewährten, das konstante sichere
leben gegen das ungewisse abenteuerdasein. wohin
auch oder wie, die zeit lässt die chancen vergehen
oder das schicksal lässt einen darauf unerhört stossen,
oder man nimmt alles selbst in die hand und beschwört
die zukunft mit seinen plänen, die durch windstösse
ebenso zerinnen können wie ein blatt vom baum fällt.
nichts bleibt ewig, alles verändert sich. doch manches
bleibt ein ganzes leben, eine zeitdauer, die für uns
ewig erscheint, wobei sie auch nur ein fliegenschiss ist.
was ist von bedeutung? vielleicht nicht die entscheidende
frage. blickwinkel, perspektiven gibt es 1000de.
möglichkeiten ebenso, taten weniger.
handlungen, ereignisse, gedanken, reaktionen, zeit,
erkennen, bewegen, nachdenken, überdenken, neu ent-
scheiden, überdenken und doch nichts tun. sind nur
die taten wichtig, ist alles gedachte und nicht um-
gesetzte sinnlos, alles nicht mitgeteilte wertlos?
das nicht verstandene umsonst?
vielleicht reicht aber schon nur ein gedachter gedanke
aus um im anderen ein vages gefühl auszulösen, eine
ahnung, die wiederum andere gedanken auslöst. vielleicht
reicht manchmal schon eine anwesenheit eines menschen,
um die komplette geschichte zu ändern.
eine geste, eine mimik, eine art.

Dienstag, 31. Mai 2011

Friedhofsbaum by culinara79
Friedhofsbaum, Kopenhagen, a photo by culinara79 on Flickr.

Friedhofsbaum

Montag, 30. Mai 2011

"Llorando" in "Mullholland Drive", David Lynch

Sonntag, 29. Mai 2011

In the mood for love(2000): Yumeji's theme
"Rituale", Cees Nooteboom, S. 139

Samstag, 28. Mai 2011

Freitag, 27. Mai 2011

What a death!
What a chance!
What a surprise!
My will has chosen life!
Still it has had me spooked and many others besides!"

"At night! I think of my piano
in its ocean grave, and
sometimes of myself floating
above it. Down there everything
is so still and silent that it
lulls me to sleep. It is a
weird lullaby and so it is; it
is mine.

There is a silence where hath been no sound /
There is a silence where no sound may be /
In the cold grave, under the deep deep sea.



"The piano", Jane Campion, 1993

Donnerstag, 26. Mai 2011

http://www.youtube.com/watch?v=XlSNu3VZsGA

Mittwoch, 25. Mai 2011

"Rituale" von Cees Nooteboom, S. 74

Dienstag, 24. Mai 2011

"Die Philosophie des Tees... ist moralische Geometrie insofern, als sie unser Gefühl für das Verhältnis zum All bestimmt."

Kakuzo Okakura, Das Buch vom Tee

Montag, 23. Mai 2011

Sonntag, 22. Mai 2011

C.G. Jung, Briefe

C.G. Jung, Briefe, Bd. II (1947),
Olten und Freiburg i. Br. 1972, 75 f.

Samstag, 21. Mai 2011

Donnerstag, 19. Mai 2011

http://www.metmuseum.org/explore/Unicorn/hunt_unicorn_video.asp